Colitis Ulcerosa

Eins vorweg – ich mach hier keine wissenschaftliche Ableitung. Dazu geht Ihr besser zur Wikipedia.
Die habe ich nichtmal gelesen. Ich schreibe hier meine Erfahrungen, meine subjektive Sicht auf.

Colitis Ulcerosa (CU) wurde bei mir im Alter von 17 Jahren diagnostiziert. Also vor 27 Jahren.
Ich erinnere mich noch an 3 Aussagen des Arztes:
* Wärst Du einen Monat später gekommen, wärst Du in einem schwarzen Sack gekommen. Du hast nur noch 3 Liter Blut im Körper.
* CU ist chronisch.
* Wir haben nicht einmal eine Ahnung, was CU verursacht. Geschweige denn eine Behandlung.

CU ist eine Krankheit, die schubweise auftritt. Azulfidine (300 Mark pro Monat) vergrößern den Abstand zwischen den Schüben. Entwickelt für was ganz anderes. Und keine Ahnung, wieso das so ist.

Über die Darmschleimhaut verlieren CU-Kranke permanent Blut. Durch den Stuhl.
Bei einem funktionierenden Rückenmark ist das kein Problem. So auch bei mir. Solange ich genug trinke und täglich meine Eisentablette schlucke, werden mehr rote Blutkörperchen gebildet als ich verliere.

Das ist der Zustand zwischen den Schüben.

Schübe habe ich zum Glück äußerst selten. Obwohl ich auf die Azulfidine verzichte.
Ich fühle mich gesund. Meistens.

Durch die regelmäßige Eisen-Einnahme habe ich auch kaum Probleme. Mein Stuhl ist zwar meist weich, aber ich habe den Stuhlgang unter Kontrolle.

Ein Schub dauert in der Regel 2 Wochen (persönliche Erfahrung).

Jetzt habe ich seit über 2 Wochen einen Schub, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Ich hatte zeitweise wirklich Angst zu sterben.
Meine kompletten Arme und Beine haben sich angefühlt wie eingeschlafen. Durchblutungsstörungen. Klar. Wenn man kein Blut hat, kann auch die Durchblutung nicht funktionieren.
Also habe ich meine Wasserration auf 3 Liter erhöht und schlucke 3 Eisentabletten am Tag. Es wirkt. Dieses taube Gefühl habe ich nur noch in den Fingern.

Ein anderer Aspekt dieser Darmkrankheit ist, daß man unkontrollierbaren Stuhlgang hat. Eine äußerst entwürdigende Sache. Man rennt auf’s Klo, zieht sich dabei schon die Hose aus. Und verliert trotzdem.
Das hatte ich gestern. Mit 17 bis 20 Jahren war das Normalzustand für mich. Und zwischendurch auch immer wieder. I no want this anymore!

Genug #mimimi – wieder an die Arbeit!

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Ein Dankerant

Kaum zuhause und online las ich Nachrichten, die es bedauerten, daß ich nicht Direktkandidat der Piraten im Wahlkreis 291 (Ulm) geworden bin.
Jetzt könnte ich natürlich antworten, daß wir 3 hervorragende Kandidaten hatten und schlußendlich… Typisches Politikergewäsch halt. Wer mich kennt, weiß, daß das nicht mein Stil ist.
Natürlich glaube ich, daß ich der bessere Kandidat gewesen wäre. Sonst hätte ich nicht kandidiert.
Aber Lisa hat offensichtlich im Wahlkreis die größere Unterstützung. Und eine große Unterstützerschar ist doch nicht das Schlechteste für einen Kandidaten, oder?
So sage ich Danke allen, die mich unterstützt haben und denjenigen, die ihr Bedauern ausgedrückt haben, daß ich nicht gewählt worden bin. Andererseits muß ich Euch sagen, Lisa ist auf die demokratischste Weise gewählt worden. Punkt.

Den Baden-Württembergern unter meinen Unterstützern möchte ich sagen, Ihr könnt mich natürlich auf der Aufstellungsversammlung für die Landesliste wählen. Ich habe mich entschieden zu kandidieren. Und dann zieh ich das auch konsequent durch. Für Direkt- und Listenmandat.

Natürlich gibt es Stimmen, daß auf die Liste nur Direktkandidaten kommen sollten, aber dem widerspreche ich. Es ist nicht so, daß die Direktkandidaten nur die Drecksarbeit machen – ohne Chance auf den Einzug in den Bundestag. Und die Listenkandidaten sich einfach wählen lassen. Meiner Meinung nach werden die Listenkandidaten auf den vorderen (erfolgversprechenden) Plätzen mindestens genauso im Brennpunkt der Öffentlichkeit stehen.
Im Idealfall können sich Direkt- und Listenkandidat die Arbeit teilen und doppelte Aufmerksamkeit erhalten.

Und noch was zur Versammlung heute in Ulm.
Es gibt keinen Zwist innerhalb der Piraten Ulm/Alb-Donau-Kreis. Im Gegenteil: Es gab vorher Absprachen (ganz intransparent^^) zwischen den Kandidaten. Das sieht man daran, daß die „Kleine Lisa“ (@_scouty) und ich die Vertrauenspersonen für die andere Lisa (@alyama1) machen.
Oder daran, daß ich die Wahlkampforga für Lisa machen werde. Eine Einladung für ihren G**gle-Kalender habe ich schon…

Ich gratuliere jedenfalls Lisa und werde sie nach Kräften unterstützen.

So ist das in Ulm, um Ulm und um Ulm herum.

Rettet unsere Strandhintern!

So titelt die Sun in England. Vergleichbar unserem BILD-Druckerzeugnis.
Um was geht es?
Es geht um Beachvolleyball der Frauen bei Olympia. Und darum, daß die Spielerinnen unter 15°C lange Leggings anstatt der ansonsten vorgeschriebenen Bikinis tragen dürfen.
Ja, die Spielkleidung ist vorgeschrieben. Die Bänder der Höschen dürfen eine gewisse Breite nicht _über_schreiten.
Bei der Olympiade in London. Die sich feiert, weil zum ersten Mal Frauen aus Saudi-Arabien teilnehmen dürfen. In langen Hosen und mit Kopftuch.

– Szenenwechsel –

In der Bundesliga der Synchronschwimmer(innen) gibt es genau einen Mann.
Der wäre sowieso nicht gut genug für die Olympiade. Aber er dürfte auch nicht teilnehmen.
Das IOC meint, Synchronschwimmen wäre eine Frauensportart.
Weil, ja weil, ein Mann nicht so schön anzuschauen wäre.

Ich stelle mir gerade die ganze Szene der Feministen vor, wenn jemand sagen würde, Frauen sollten aus ästhetischen Gründen nicht bei Kugelstoßwettbewerben teilnehmen dürfen.

Das sind Beispiele für Sexismus. Echten Sexismus. Nicht irgendwelcher Sprachklauberei mit Binnen-I oder genderneutralen Worten. Dagegen gilt es vorzugehen.

Und falls Fragen kommen: Beim Sport bin ich – im Gegensatz zur Politik – für eine Trennung der Geschlechter. Frauen und Männer sind eben einfach nicht körperlich gleich. Aber wenn ein Synchronschwimmer (m) bei den Frauen mithalten kann, dann soll er das auch tun dürfen. Genauso wie weibliche American Footballspieler in der High School. Die haben sich das gerichtlich erstritten. (Weiter als bis zur High School hat es afaik nicht gereicht.)

So sehe ich das.

Minister Gall ist lernfähig

Also, nein, der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) ist nicht plötzlich zur Vernunft gekommen und verabschiedet sich von seiner einzigen Mission, den Alkoholkonsum aus den Augen, aus dem Sinn zu bekommen.
Er ist selbstverständlich weiter auf seinem Kreuzzug gegen frei sichtbare Bierflaschen.
Aber die Argumente werden besser.
Statt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen zu fordern, weil trinkende Menschen ja ein unschöner Anblick sein könnten, brachten ihn jetzt offensichtlich facebook-Parties auf die Idee, daß da doch was mit Sicherheit gehen muß. Für einen Innenminister, der ja schon berufsmäßig paranoid sein muß, eine überraschend späte Erkenntnis.

Und ja. Alkoholkonsum kann zu einer Beeinträchtigung der öffentlichen Sicherheit führen.
Ja, es ist bei Betrunkenen damit zu rechnen, daß sie ihren Abfall nicht ordnungsgemäß entsorgen (sowohl Flaschen als auch körperliche Ausscheidungen).

Aber nein. Das rechtfertigt nicht, Alkoholkonsum generell an bestimmten Orten (wenn auch zeitlich begrenzt) zu verbieten.
Und nein. Das rechtfertigt in keinster weise präventiv Menschen in ihrer Bewegungsfreiheit durch Platzverweise zu beschränken.

Herr Gall, in Deutschland – und ob sie es wollen oder nicht, dadurch auch in Baden-Württemberg – gelten 2 juristische Grundsätze. Die Unschuldsvermutung und daß man nur für etwas bestraft werden kann, daß man begangen hat. Nicht für etwas, daß man eventuell und vielleicht begehen könnte.

(Präventive Platzverweise können durchaus ihre Berechtigung haben – in seltenen, wohlbegründeten Fällen. Z.B. bei bekannten Fußball-Hooligans. Aber nicht so im Gießkannen-Prinzip.)

So sehe ich das.

Beschneidung aus religiösen Gründen

Das Landgericht Köln hat am 25. Juni festgestellt, daß die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen als Körperverletzung zu werten ist.

Betroffen sind davon Moslems und Juden.
In wünschenswerter Einheit kämpfen Vertreter beider Religionen jetzt gegen diesen Urteilsspruch. Von dem „größten Angriff auf das Judentum seit dem Holocaust“ ist die Rede. Von Beschneidung der Religionsfreiheit.

Aber was bedeutet Religionsfreiheit? Oder noch weiter, das Recht auf die freie Ausübung der Religion?
Es bedeutet, daß man das Recht hat, seine Religion frei auszuüben. Für sich. Persönlich.
Es bedeutet nicht, daß man aus religiösen Gründen einen Anderen schädigen darf.
Es bedeutet nicht, daß man Körperverletzung an (auch den eigenen) Kindern begehen darf.
Es bedeutet, daß ein Mensch sich frei dafür entscheiden darf, sich beschneiden zu lassen.
Religionsmündig ist man in Deutschland mit 14. Das wäre also der früheste Zeitpunkt, um sich für eine Beschneidung zu entscheiden.
Andererseits darf man sich erst ab 16 Jahren durch Tattoos, Piercings u.ä. „verstümmeln“.
Hier wiegt aber meiner Meinung nach das Recht auf die Religion schwerer als der Wunsch nach optischen Verbesserungen. Also Beschneidung ab 14. Wenn man sich für eine entsprechende Religion frei entscheidet.
Ich bin übrigens auch ein Gegner der Kindstaufe der Christen. Aber da findet wenigstens keine Körperverletzung statt.

Noch was Allgemeines:
Die Beschneidung ist eine uralte Tradition. Und wie viele Traditionen hat sie einen guten Grund. Aufgrund mangelnder Hygiene, bzw. der Unkenntnis über die Zusammenhänge, half sie vor 2000 Jahren tatsächlich, die Lebensqualität zu verbessern.
Auch das Verbot von Schweinefleisch hatte einen ähnlichen Hintergrund. Schwein verdarb vor allem im eher warmen Nahen Osten einfach zu schnell. Und um Schaden abzuwenden, hat Mohamed es verboten. Kluger Mann.
Im Christentum fällt mir hier spontan das Glockengebimmel ein. In Zeiten ohne Armbanduhren und Smartphones durchaus nützlich, um die Zeit zu wissen.
In unserer heutigen Zeit mit täglich Duschen und Kühlschränken sind das für mich einfach Relikte aus längst vergangenen Zeiten und nicht mehr zeitgemäß.
Aber das ist die Entscheidung der Betroffenen – ich will da nichts verbieten. Der Betroffenen. Nicht ihrer Eltern.
Es gibt keine christliche, muslimische, jüdische Kinder. Es gibt nur Kinder christlicher, muslimischer, jüdischer Eltern. (Quelle: unbekannt)

Und noch was zum Thema Beschneidung:
Ich rede hier nicht von medizinisch sinnvollen Beschneidungen, z.B. bei Vorhaut-Verengung. (Ich konnte dem mit Salben entgehen, aber es gibt Fälle, da reichen Salben nicht.) Ich rede hier von einer Amputation gesunder Körperteile.

So sehe ich das.

Minister Altmaier

Heute Nacht habe ich auf Twitter Bundesminister Peter Altmaier übel beleidigt.
Und war auch zu einigen Menschen, die mich deswegen kritisierten, sehr unfreundlich und unsachlich. Menschen, die ich sehr schätze.

Da habe ich richtig Scheiße gebaut.

Ich habe noch nicht einmal den Tweet von Herrn Altmaier richtig gelesen.
Ich war wegen einer ganz anderen Geschichte völlig mit den Nerven am Ende.

Aber das darf keine Entschuldigung sein. Ich habe mich absolut daneben benommen.
Dafür möchte ich alle Beteiligten und alle Piraten (ich bin ja auch auf Twitter als Pirat erkennbar) um Entschuldigung bitten.
Herrn Altmaier habe ich auch schon eine Mail mit der Bitte um Entschuldigung geschickt.

Ich war übrigens wirklich nicht betrunken. Was die Sache noch schlimmer macht.

Es tut mir leid.