Liebe aktive Piraten…

… wir müssen reden.

BurnOut.
Kennt Ihr.
Ich kenne es.

Ihr reißt Euch den Arsch auf.
Habt Ihr schon immer gemacht.
Am Stammtisch.
In einer AG, einer SG.

Ihr seid gelobt worden.
Ihr habt mehr Aufgaben übernommen.
Irgendwann wart Ihr derjenige, der macht.
Allein.

Ihr habt mehr Verantwortung übernommen.
Im Kreisverband.
In einer größeren Gliederung.
In Projekten.

Ihr habt Euch reingehängt.
Mehr als andere.
Ihr habt neue Aufgaben übernommen.
Die alten konntet Ihr nicht abgeben.

Es war niemand da, der Euch entlastet.
Ihr macht das schon.
Ihr macht.
Ihr wurdet bekannt.

Nichts liebt der Deutsche so sehr wie Helden.
Außer diese Helden vom Sockel zu stoßen.
Diese Helden seid Ihr.
Und der Shitstorm kommt.

Kritisieren ist leicht.
Da mußt Du durch.
Mach, was ich will.
Arschloch.

Ich bitte Euch: Macht Pause, verdammt! Ihr macht Euch sonst kaputt!
Kümmert Euch mal nicht um dies oder das. Entweder das klappt ohne Euch – oder nicht.
Und wenn es nicht klappt – so what? Nichts ist es wert, daß dabei ein Mensch zugrunde geht!
Macht von mir aus den Job als Vorstand. Und sonst nichts.
Schaltet dieses verdammte Twitter ab.
Oder kümmert Euch nur um Eure privaten Projekte. Ob piratig oder nicht.
Irgendwann merkt Ihr selber, daß Ihr wieder mehr Kraft habt.

Ich habe diese Pause gemacht. Wahrscheinlich zu spät. Obwohl ich nie einen Shitstorm bemerkt habe.
Ich war / bin in der SG Presse, AG Presse BaWue, SG Lektorat, Vorsitzender des BzV Tübingen, habe gebloggt, habe mich um bundespolitische Themen gekümmert, um lokale Themen, um Formalfoo zu Infoständen und Wahlen, war dies und das.
Das Schreiben für die Trollzeitung war ein Blitzableiter für mich. Eine gewisse Zeit.
Ich wurde immer verbitterter. Ich war nicht mehr das fröhliche Arschloch von früher. Sondern nur noch Arschloch.
Ich hab mich nicht gemocht. Und Euch nicht.
Ich war kurz vor dem Austritt. Hatte innerlich gekündigt. Hab jegliche Aktivität eingestellt. Außer böse Kommentare auf Twitter und Mailinglisten.

Ich habe die Kurve noch gekriegt – durch eine radikale Pause.
Ich habe zum Glück nie wirklich gekündigt.
Die Piratenpartei ist zu wichtig.
Aber sie ist nicht jeden Preis wert.
Ich übernehme jetzt langsam wieder Aufgaben. Eine nach der anderen.
Aber wenn ich merke, es wird zuviel, lehne ich auch ab.

Ich rate Euch:
Laßt es nicht soweit kommen.
Denkt an Euch.

Danke
Jochen

Advertisements

5 Gedanken zu „Liebe aktive Piraten…

  1. Ein bisschen etwas von deiner Einsicht, täte uns allen gut in diesem gelben Haufen, denn ich glaube vielen ist diese Partei so wichtig, dass selbst elementare Dinge dabei auf der Strecke bleiben.

    Danke

  2. Kann ich nur zustimmen.
    Mir gings selbst so und mein Privatleben und die Beziehung hat drunter gelitten. Zum Glück hatte ich genug Rückhalt von meiner Freundin, sonst wäre ich wahrscheinlich wieder Single.
    Habe Aufgaben wieder abgegeben und _versuche_ Dinge auch einfach mal sein zu lassen, auch wenns schwer fällt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s