Semsakrebsler

Ich muß ehrlich gestehen, den Ausdruck kannte ich auch nicht. Ich bin hochdeutsch aufgewachsen. Aber laut Carsten ist das eine mehr oder weniger freundliche Bezeichnung für den Söflinger Wein.

Und natürlich gibt es dazu eine echt wahre Geschichte!

Legendär ist ja die tiefe Freundschaft, die Söflingen und Ulm verbindet. Noch heute hängen am Tag der Eingemeindung die Flaggen in Söflingen auf Halbmast. Und der Tourist, der in Söflingen erzählt, wie schön er Ulm findet, kommt in den Genuß tiefster Verachtung.

Auf jeden Fall waren Ulm und Söflingen noch 2 eigenständige Gemeinden als die Ulmer diese Kirche da bauten. Das Münster.
Und konnten sich schon damals nicht ganz so gut leiden.

Aber schon vor Camp David gab es Menschen, die Entspannungspolitik betrieben und so beschloß der Söflinger Gemeinderat, ein paar Fässer des heimischen Weines nach Ulm zu schicken, um den Bau des Münsters zu unterstützen.

Und was mußte ein Söflinger sehen als er ein paar Tage später zu der Baustelle kam?
Da mischten diese Ulmer doch tatsächlich den Wein in den Mörtel!

Aufgebracht suchte er den Bauleiter auf und fragte, was das denn bitteschön solle. Der Wein sei dafür gedacht, die Arbeiter bei ihrer schweren Arbeit zu erfrischen. Und wieso er denn so verschwendet werde.

Die Antwort des Ulmer:

Woisch, Kerle, eier Wei, der isch so sauer, der zieht sogar dr Mörtel zwischa de Stoi zam!

(Wissen Sie, mein Freund, Euer Wein ist so sauer, daß er sogar den Mörtel zwischen den Steinen zusammenzieht!)

Und das ist die Geschichte vom Söflinger Nordhang – von der Sonne verschont.

Ich liebe mein Ulm.

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