Erfolgsgeschichte III: Kein Fußbreit in Ulm

Die NPD mußte also zweimal den Rückwärtsgang einlegen, dann denkt sich Pro Deutschland, sie könnten doch auch nach Ulm kommen.
Falsch gedacht.

Und sie wollten auch nicht nur nach Ulm kommen, sondern ausgerechnet vor einer Moschee und vor der Sozialistischen Jugend Die Falken hetzen.
Da habe ich es sogar fertiggebracht, eine gemeinsame Pressemitteilung von CDU, SPD, FDP, Grünen, Linken und Piraten zu koordinieren.
Die Stadt hat selbstverständlich die Demos verboten, Pro genauso selbstverständlich geklagt und Recht bekommen. Immerhin an anderen Orten.

Die Initiative Ulm gegen Rechts demonstrierte am Ehinger Tor, auf halbem Weg zwischen den Veranstaltungsorten dagegen.

Die erste Veranstaltung am Landratsamt Alb-Donau-Kreis war nicht zu verhindern, die Faschos waren wahrscheinlich schon vor Ort, als anständige Bürger noch schliefen. Als ich mit der Antifa und Kollektiv.26 dort eintraf war jedenfalls schon alles abgesperrt und der Transporter von Pro schon drin.

Aber der zweite Platz…
Eigentlich nur eine Zufahrt. Und eine theoretische Möglichkeit über einen Fußweg.
Rechtzeitig hin. Die meisten von uns haben die Schillerstraße blockiert, ca. 30 den Fußweg. Da war ich dabei.
Dann kam der Anruf: Die N*zis stecken fest. Nichts wie hin!
Und so ergab sich eine seltsame Situation. Blockade, Polizeikette, N*zis, Polizeikette, Gegendemonstranten. Wir kamen gar nicht mehr zur Blockade durch. Doof das.
Aber die Blockade hielt auch ohne uns. Die Zeit verging.
Pro Deutschland hat sich diese Zeit damit vertrieben, uns Gegendemonstranten und ganz Ulm über Megaphon zu beschimpfen. Also solange bis ich die Einsatzleitung darauf hinwies, daß die gar keine Genehmigung dafür haben, und die Polizei das Megaphon beschlagnahmte.
Die Stimmung war gut. Selbst mit den erst äußerst streng schauenden und wortkargen Polizisten inklusive BFE kam es zu netten Unterhaltungen. Auch wenn sie uns das Steinewerfen auf Nachfrage verboten. Noch nicht Mal ganz kleine.
Auf ein Mal kam ein glatzköpfiger, vollbärtiger Riese in Uniform auf mich zu und meinte: „Was mich bei Dir wirklich ankotzt, ist, daß Dein Bart größer ist!“ Ich so: „Ja, und auch meine Haare sind länger.“

Mittlerweile war es 13 Uhr, drei Aufforderungen zum Räumen der Straße waren durch, die Blockade hielt. Noch eine halbe Stunde. Die Demo war nur bis 13:30 genehmigt.
Und plötzlich kommt Bewegung in die Polizei. Die vorher lockere Kette zwischen uns und Pro wurde massiv verstärkt. Was ist los? Die N*zis bauen ihren Stromgenerator auf, holen die Lautsprecher aus dem Kofferraum.
Nein! Das darf doch nicht wahr sein!
Die Polizei hat mit denen einen Kompromiß geschlossen. Kein Verhandeln mit Rechtsextremen!
Doch. Mitten auf der Straße, ohne Absperrgitter, nur mit massivem Polizeiaufgebot, die N*zis praktisch eingekesselt, durften sie noch eine halbe Stunde ihren Müll loswerden.
Es war zwar nicht viel zu verstehen, ich meine, Krach machen können wir auch, aber soviel ich mitbekommen habe, war das hauptsächlich eine wüste Beschimpfung der Demonstranten und Ulms. Der Name Piratenpartei fiel auch – sicherlich kein Loblied auf uns. Schilder mit Sozialismus ist Beschissmus. Ein Mimimi von wegen Meinungsfreiheit. Ja, wir haben unsere Meinung lautstark kundgetan.

Nie wieder N*zis in der Stadt der Geschwister Scholl!

Laser
Im Hintergrund Antikonfliktteam, Polizei und Blockade.
Photo: CC-BY 3.0 DE Matthias Toberer
Weitere Bilder.

Ich liebe mein Ulm.

Advertisements

Ein Gedanke zu „Erfolgsgeschichte III: Kein Fußbreit in Ulm

  1. Pingback: PEgIdA | PiratLaser

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s