Planlos in Ulm

Ich habe ja schon hier die Planlosigkeit der Stadt in Bezug auf auf den Übergang vom Bahnhof zur Stadt angesprochen.
Es läßt sich ein System erkennen.

Im Jahr 2000 will die Projektmanagementfirma ECE aus Hamburg ein Einkaufszentrum neben der Hauptpost bauen. Das hat sich zwar 4 Jahre später zerschlagen, aber die Stadtverwaltung war auf den Geschmack gekommen. Ein Einkaufszentrum muß her.
Und so begann 2006 das Projekt Sedelhöfe. Anderer Platz, anderer Investor. Aber Einkaufszentrum in der Stadtmitte!

2010 wurde der neue Bahnhofssteg nach dem Abriß des maroden Vorgängers gebaut. Dabei wurden gleich Abgänge an die einzelnen Gleise eingeplant, die allerdings die Bahn zu zahlen habe. Dabei war da der City-Bahnhof mit unterirdischer Verbindung zur Schillerstraße schon lange geplant. Im Nachhinein ist diese Verplantheit allerdings ein Glücksfall.

Denn wir kommen jetzt zum City-Bahnhof. Was hat die Bahn alles für Versprechungen gemacht, daß dieser im Rahmen von Stuttgart 21, bzw. dem Bahnprojekt Stuttgart – Ulm, kommen würde. Mit 5 Bahnsteigen. Toll und modern.
Die Stadt kaufte dafür extra das Intercity-Hotel – Kaufsumme selbstverständlich für Ulm geheim. Man geht von 10 bis 15 Millionen Euro aus.
Und bis auf die Grünen trommelten sämtliche Gemeinderatsfraktionen monatelang für einen Bahnhof-Umbau in einer anderen Stadt. Der 300,000-Euro-Pavillon am Bahnhof, der über den City-Bahnhof informieren sollte, wurde kurzerhand zu einem Propagandabau pro S21.
Und kurz nach der Volksabstimmung, ob das Land Baden-Württemberg aus der Finanzierung des Projekts aussteigen soll, hat die Bahn alles abgesagt.
Kein 5. Bahnsteig.
Kein City-Bahnhof.
Kein Rückbau der Gleise an der Schillerstraße, um Platz für den Ausgang einer Unterführung zu schaffen.
Kein nichts.
Alles, was die Stadt Ulm jetzt hat, ist die Hoffnung, daß die Bahn Abgänge vom Bahnhofssteg zu den einzelnen Gleisen baut.
Und ein Hotel.

Als nächste Großprojekt allein auf dieser kleinen Fläche rund um den Bahnhof kommt jetzt noch eine Tiefgarage. Anscheinend kurzerhand von 600 auf 800 Plätze vergrößert. Auf 4 unterirdischen Stockwerken. Darin soll die Unterführung vom Bahnhof zur Stadt mit eingebaut werden.
Dies betrifft also 3 Vorhaben.
Die Sedelhöfe, auf deren Gelände der Zugang von Osten liegt.
Die Tiefgarage selber.
Den City-Bahnhof – hier soll entweder der Zugang vom Bahnhofs-Vorplatz sein. Oder gleich auf Ebene -1 bis in den Bahnhof oder gar in die Schillerstraße ein Durchgang sein. Das weiß man nicht, da der City-Bahnhof ja auf unbestimmte Zeit verschoben ist. Daß der City-Bahnhof nicht wie angedacht bis 2019 kommt ist natürlich hauptsächlich der Bahn anzulasten, aber hat die Stadt wirklich bloß auf unverbindliche Zusagen so geplant?
Für die Tiefgarage gibt es noch nicht einmal konkrete Pläne, die Antworten der Stadt auf meine Fragen waren ja eindeutig. Allerdings wird deswegen schon die Finanzierung für die Straßenbahnlinie 2 in Frage gestellt.
Und die Sedelhöfe werden demnächst gebaut.
Ohne daß es einen Plan gibt, wie die Verbindung dieser 3 Projekte aussehen soll. Oder auch nur wie die 40,000 Fußgänger täglich in der Zwischenzeit die Ulmer Avus (Friedrich-Ebert-Straße) queren sollen.

Es herrscht derzeit purer Aktionismus in Ulm. Vorangetrieben durch das selbsternannte Triumvirat Gönner, Czisch und Wetzig. Es werden zig Millionen Euro für irgendwelche Projekte ausgegeben, ohne zu wissen, wie alles zusammenpaßt oder überhaupt verwirklicht wird.
Es ist höchste Zeit, die Reißleine zu ziehen und erst einmal ein Konzept aufzustellen.

So sehe ich das.

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