Schwörmontag

Alle Jahre wieder kommt in Ulm eine Diskussion über den Schwörmontag auf. Beziehungsweise über die Lautstärke am Abend.

Die Ausnahmegenehmigung für die Außenbewirtschaftung wurde im letzten Jahr von ein auf 23 Uhr verkürzt, um den Anwohnern der Innenstadt mehr Ruhezeit zu verschaffen. Was dabei natürlich gar nicht ging, war, daß Gaststätten in den Außenbezirken der Stadt weiterhin bis Mitternacht im Freien bewirtschaften durften. Obwohl die Bewohner der Innenstadt wesentlich öfter von Veranstaltungen betroffen sind, ist dies eine Ungleichbehandlung der Gastronomen.

Wie aber mit der Situation in der City umgehen?
Sperrzeit verkürzen, verlängern?

Auf der einen Seite sind die Anwohner, die ein Recht auf Ruhe haben.
Auf der anderen Seite ist der Schwörmontag der Feiertag Ulms.
Letzteres wiegt für mich schwerer. Der Schwörmontag existiert seit dem 14. Jahrhundert, wenn auch nicht in dieser Form.
Laßt die Ulmer ihre Stadt feiern, sich feiern.

Dazu gehört ein Konzept. Ein Konzept, das von den verschiedensten Gruppen zusammen erarbeitet werden muß. Von den Bürgern, den Gastronomen, dem Verein Leben in der Stadt, der Polizei, dem Veranstalter, in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt und der Stadt.
Mit einer selbstherrlichen Entscheidung wie der Verkürzung der Ausnahmegenehmigung bringt man keinen Frieden in diese Diskussion.
Ich bin mir sicher, daß die Gastwirtschaft z.B. einer freiwilligen Verpflichtung, die Musik-Lautstärke zu reduzieren, zustimmen würde, um dafür wieder bis nach Mitternacht Umsatz machen zu können.
Auf der anderen Seite könnte man z.B. Getränkegutscheine an die Anwohner ausgeben, um sie ein bißchen zu entschädigen. Dies macht beispielsweise der CSD bei seinem jährlichen Fest.

Und man muß natürlich darüber nachdenken, welche Veranstaltungen überhaupt rund um Münster und Rathaus stattfinden müssen.
Eine Überlegung könnte sein, das Public Viewing bei Sport-Großereignissen in die Friedrichsau oder das SSV-Stadion zu verlegen. Eine Fußball-Weltmeisterschaft ist so beliebt, daß die Innenstadt dadurch nicht aussterben wird, und man kann trotzdem vier Wochen weniger Lärm für die Anwohner erreichen.
Was überhaupt nicht in die Stadt gehört, sind Firmen-Jubiläen mit Konzert und Feuerwerk, auch wenn dadurch ein paar tausend Euro in die städtischen Kassen kommen*.

So sehe ich das.
Ich liebe mein Ulm.

* Ich beteilige mich nicht an Spekulationen, daß auch Geld in private Kassen geflossen ist.

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Ein Gedanke zu „Schwörmontag

  1. Pingback: Newsportal der Piraten im Kreis Esslingen am Neckar – Piraten sprechen sich für langen Schwörmontag aus

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