Intercity-Hotel

Die Stadt Ulm hat bekanntlich über die UWS (Ulmer Wohnungs- und Siedlungs-Gesellschaft mbH) das Intercity-Hotel im Bahnhof gekauft. In vorauseilendem Gehorsam gegenüber der Bahn, die einen modernen City-Bahnhof versprochen hat.

Ganz egal, ob das Projekt City-Bahnhof, das weit mehr als das Bahnhofsgebäude umfassen soll, jemals umgesetzt wird, wollte ich von der Stadt bzw. der UWS wissen, wie die Rechnung aussieht. Wie mit dem Geld der Steuerzahler umgegangen wird.

Also schickte ich einen Fragenkatalog an den Geschäftsführer der UWS.

* Hat die Stadt / UWS nur das Gebäude gekauft oder auch den Grund?
* Was wurde dafür (jeweils) gezahlt?
* Kamen noch weitere Kosten (z.B. Renovierung) hinzu?
* Betreibt die Stadt das Hotel selbst oder ist es verpachtet?
** Wie sieht die jährliche Bilanz bei Eigenbetrieb aus?
** Wie hoch ist die Pacht und der Netto-Erlös?
* Ist geplant, das Hotel für den City-Bahnhof wieder zu verkaufen?
** Zu welchem Preis / gibt es dafür schon Zusagen (der Bahn)?

Nach Nachfrage bekam ich Links zu Veröffentlichungen, über deren Informationen hinaus „aus Gründen des Vertrauensschutzes keine weiteren Daten“ herausgegeben werden können.

Im Geschäftsbericht (pdf, 2.8 MB) finde ich (Seite 14):

Darüber hinaus hat die UWS Anfang 2011 im Rahmen des städtebaulichen Entwicklungsprojektes »City Bahnhof Ulm« das InterCity Hotel Ulm erworben. Mit dem Mieter und Betreiber, der InterCity Hotel GmbH, ist ein langfristiger Mietvertrag abgeschlossen worden. Es ist vorgesehen, das Objekt mittelfristig im Rahmen der weiteren Entwicklung des Banhhofsareals wieder zu veräußern.

Und „ausführlicher“ auf Seite 21:

Anfang 2011 wurde im Rahmen des städtebaulichen Entwicklungsprojektes »City Bahnhof Ulm« das InterCity Hotel Ulm erworben. Mit dem Mieter und Betreiber, der InterCity Hotel GmbH, ist ein langfristiger Mietvertrag abgeschlossen worden, so dass stabile Erträge zu erwarten sind. Die InterCity Hotel GmbH betreibt alle InterCity Hotels in Deutschland und verfügt über langjährige Erfahrungen am Markt. Darüber hinaus ist der Mietvertrag für einen begrenzten Zeitraum durch eine Patronatserklärung der organschaftlich verbundenen Muttergesellschaft Steigenberger AG besichert, um potentielle Risiken weiter zu minimieren. Es ist vorgesehen, dass Objekt mittelfristig im Rahmen der weiteren Bahnhofsentwicklung wieder zu veräußern.

(Rechtschreib- bzw Grammatikfehler original belassen)

Also keine Zahlen.

Im Bundesanzeiger gibt es dagegen jede Menge Zahlen (Suchbegriff ‚UWS Ulm‘), allerdings taucht dort das Wort ‚Hotel‘ nicht auf.

Wenn das stimmt, was der Ulmer Spatz von den Dächern pfeift, hat die Stadt wohl 15 Millionen für ein Hotel (ohne Grundstück) ausgegeben, das sie nicht will.
Und es gibt eine mittelfristige Absichtserklärung, das Hotel wieder zu veräußern. Wobei die Stadt wieder erpressbar ist wie bei den Sedelhöfen, die UWS ist schließlich kein Hotelier.

Aber vor Allem muß in Ulm endlich Schluß sein mit dieser unsäglichen Geheimhaltung, die wohl nur dazu dient, die Unfähigkeit der Entscheidungsträger zu verschleiern, die vertragliche Zusicherungen das ihnen anvertraute Geld verspekulieren.

So sehe ich das.

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