Die Stadt muß endlich die Reißleine ziehen!

Inzwischen hat ja auch die Stadt erkannt, was ich schon Anfang des Jahres z.B. im RegioTV gesagt habe.
City-Bahnhof, Sedelhöfe, Bahnhofsvorplatz und Tiefgarage gehören zusammen.

Wie sieht es derzeit aus?

Der City-Bahnhof soll laut Bahn pünktlich mit Stuttgart 21 und der Neubaustrecke fertig sein.
Was immer das auch heißen mag und wann immer das auch sein wird.
Soviel ich in Erfahrung bringen konnte, ist auch dies wieder nur eine mündliche Zusage.
Nichts genaues weiß man nicht.

Bei den Sedelhöfen wird derzeit verzweifelt ein neuer Investor gesucht, der das Projekt verwirklichen soll.
Im Gespräch ist ECE – dieses ECE, das kein Einkaufs-Zentrum nördlich des Bahnhofs bauen wollte, weil die Fläche zu klein sei. Die wollen jetzt die Sedelhöfe bauen. Abgespeckt. Also noch kleiner als die ursprünglich geplanten Sedelhöfe, die schon kleiner waren als das EKZ am Bahnhof.
Dieses ECE, das gerade die Glacis-Galerie in Neu-Ulm baut – einen direkten Konkurrenten der Sedelhöfe.
Was mag dabei herauskommen?
Klar, die Stadt Ulm hat bei jeder Planänderung ein Mitspracherecht – aber die Stadt hat sich ohne Not erpreßbar gemacht und wird wahrscheinlich jeder Änderung zustimmen, um nicht zugeben müssen, daß sie einfach verkackt hat!
Nichts genaues weiß man nicht.

Beim Bahnhofsvorplatz hat es eine Ausschreibung mit Bürgerbeteiligung gegeben.
Aber bitte – der Bahnhofsvorplatz ist relativ unbedeutend zwischen den Sedelhöfen und dem City-Bahnhof. Diesen vor den anderen zwei Projekten umzubauen ist wie die elektrischen Leitungen im Haus zu installieren bevor die Mauern stehen.
Kann man nicht machen – Fazit:
Nichts genaues weiß man nicht.

Und auch bei der Tiefgarage unter der Friedrich-Ebert-Straße gehen die wildesten Gerüchte um.
Dreistöckig, dann vierstöckig. Erst 600 Plätze, dann 800.
Und jetzt doch wieder eine „Verkleinerung“ auf 500 bis 600 Stellplätze.
Fakt ist, daß die Tiefgarage noch gar nicht geplant, geschweige denn im Gemeinderat überhaupt beschlossen ist. Egal welche Größe – noch nicht einmal das Ob ist geklärt.
Nichts genaues weiß man nicht.

Wie geht es weiter?

So wie ich die Stadtverwaltung bislang erleben mußte: wie bisher.
Wie bisher ein hilfloses Beharren, ein Hoffen und ein Beten, daß alles irgendwann irgendwie gut wird.
Eine Symptombekämpfung nach der anderen, blinder Aktionismus.
Hier ein bißchen Tatsachen schaffen, dort etwas bauen.

Wie sehe ich das?

Meiner Meinung nach muß die Stadt Ulm jetzt die Reißleine ziehen, einmal tief durchatmen und dann erstmal überlegen, was sie überhaupt will.
Dann kann man ein Konzept aufstellen. Von der Zinglerstaße bis zum Theater, von der Schillerstraße bis zu den Sedelhöfen.
Jetzt ist die Chance, ohne Zeitdruck Ulm für die nächsten Jahrzehnte zu planen. Die Bahn braucht ja eh noch eine Weile.
Und jetzt hat man die Chance, die ganze Gegend um den Bahnhof herum als Einheit zu planen – und nicht ein Stückwerk, das letzten Endes nicht zusammen paßt.
Jetzt hat man die Chance bei Null anzufangen und die Ulmer von Anfang an in die Planungen einzubeziehen.
Ja, das Intercity-Hotel hat wahrscheinlich 15 Millionen Euro gekostet, der Ankauf der Sedelhöfe 31 Millionen – aber dann soll Ulm, dann sollen die Einwohner Ulms auch etwas für dieses Geld bekommen. Und zwar kein abgespecktes Einkaufs-Zentrum, keine Stadtautobahn zwischen Bahnhof und Innenstadt, keinen Magnet für noch mehr Autoverkehr in der City, keinen Provinz-Bahnhof in einer 120,000-Einwohner-Stadt.

So sehe ich das.

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