Münsterscanning

Münsterscanning
Auch wenn das keine echt wahre Geschichte meiner Oma ist, die mich niemals anlügen würde, gehört sie in die Rubrik „Ich liebe mein Ulm“.

Zum 125-jährigen Jubiläum der Fertigstellung des Hauptturms des Ulmer Münsters, dem höchsten Kirchturm der Welt, hat die Stadt einen Wettbewerb ausgeschrieben, wie man das Ereignis entsprechend würdigen kann.
Gewonnen hat das „Münsterscanning“ des Stuttgarter Künstlers Joachim Fleischer.

Dabei wird der Turm des Münsters hauptsächlich von innen beleuchtet, was bei der luftigen Konstruktion interessante Effekte gibt.
Doch ist dieses Kunstwerk nicht unumstritten – während die Einen es in den Himmel loben (ich liebe Wortspiele), sind Andere enttäuscht bis richtig sauer, was aus den 240,000 Euro gemacht wurde.

Mal ein Bild vorneweg (Platz 2 beim Photowettbewerb der Stadt Ulm).
Münsterscanning von Benjamin Erb
License: Creative Commons Attribution 3.0 Unported („CC-BY“) Benjamin Erb

Sieht gut aus, oder?
Das Besondere ist, daß sich die Lichter bewegen. Das macht es richtig gut – und gleichzeitig auch nicht.
Das Münster sieht eben nicht immer so gut aus wie auf dem Photo.
Meist ist nur der Teil beleuchtet, der im Bild gerade von innen bestrahlt wird.
Die Spitze kaum – und auch auf dem Bild hat der Ulmer Nebel nachgeholfen, der das Licht zusätzlich reflektiert.
Tiefer geht die Beleuchtung nie, da nur der Teil hervorgehoben werden soll, der 1844 bis 1890 fertiggestellt wurde, nachdem das Münster 300 Jahre wegen Geldmangels mit einem Notdach versehen war.
Das kann ich gar nicht verstehen – ist nur der obere Teil von Belang? Gehört nicht der Unterbau auch dazu? Ja, hätte der Turm ohne das Fundament aus dem Jahre 1377 überhaupt vollendet werden können? Es gäbe kein Jubiläum!

Der Schwabe hat hier und bei der Spitze am falschen Ende gespart!

Aber auch bei der Lichtshow selbst gibt es Kritik.
Ich habe sie mir selbst angeschaut.
Es ist schon beeindruckend, wie sich das Licht im und über den Turm bewegt, ihn scannt. Aber oft ist es einfach zu wenig.
Es sieht aus wie eine überdimensionierte Straßenlaterne. Oder wie ein Leuchtturm, damit sich die Schiffe auf der Donau nicht verfahren.
Zweimal erinnerte mich das Licht, als ich über die Donaubrücke fuhr, eher an Saurons Turm in Mordor als ein Gotteshaus. War doch nur ein gleißender Punkt auf einem dunklen Turm zu sehen.

Liebe Stadt Ulm, in 25 Jahre nehmt Ihr bitte ein paar Euro mehr in die Hand und beleuchtet das Münster auch unten. Und vergeßt die Spitze nicht. Ja?
Danke.

Ich liebe mein Ulm.

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Ein Gedanke zu „Münsterscanning

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