Tatort Ulm

Tatort
Der Herr Rivoir läutet den Wahlkampf zum Oberbürgermeister ein.
Mit einem Paukenschlag.
Er ist derjenige, der den Tatort nach Ulm holen will.

Er wird sich bestimmt auch für die Gastrolle als OB zur Verfügung stellen.
Aber ich bin nicht böse – ganz im Gegenteil.
Ich schreibe sogar das Drehbuch für den ersten und letzten Tatort in Ulm!

Szene 1
10 bis 12 bedrohlich aussehende Punker lungern auf dem neuen, schönen Bahnhofsvorplatz herum.
Auch 6 oder 7 Kampfhunde sind dabei.
Die Punker trinken Bier und gröhlen anarchistische Lieder, während sie arglose Touristen belästigen.

Szene 2
Til Schweiger als Oberkommissar Schwäble stürzt in das Rathaus und berichtet mit ausdrucksloser Miene Oberbürgermeister Rivoir (gespielt von Martin Rivoir), daß die Lage in Ulm eskaliert und er nicht mehr für die Sicherheit der Stadt und das Leben des OB garantieren kann.
Rivoir schaut besorgt, aber gefaßt, während sich bei seinem Mitarbeiterstab Unruhe breit macht.

Szene 3
Schwenk vom Himmel, an dem die ersten Gewitterwolken aufziehen, auf die Bierkiste der Punker.
Der stadtbekannte Punk David D. holt die letzte volle Flasche aus dem Kasten.

Szene 4
Neuer Bau, Polizei-Hauptquartier.
Im Gebäude beobachtet der IT-Spezialist den Bildschirm der Überwachungskamera und sieht, wie D. den Kasten leert.
Während ihm der Schweiß ausbricht, drückt er einen auffälligen, roten Knopf an seinem Schreibtisch.
Alarm-Sirenen ertönen.

Szene 5
Bei den Punkern greift die Glatze Jochen S. nach dem Bierkasten.
Dieser ist leer. (Nahaufnahme)
S. ist sauer. Allgemeine Empörung bei den Punkern.

Szene 6
Während einige Mitarbeiter noch die letzten Akten schreddern, verlassen die ersten Polizeiautos fluchtartig den Neuen Bau Richtung Autobahn.

Szene 7
OB Rivoir bestellt fernmündlich den Chef der Bürgerdienste Reiner T. zu sich.
T. hat schon vor dem Büro gewartet und meldet: Die Hilfspolizei des Ordnungsamtes ist bereit, mein OB!

Szene 8
Die Punker ziehen los auf der Suche nach Bier.
Nachdem sie unverletzt die Friedrich-Ebert-Straße überquert haben, schwärmen sie auf dem Gelände der zukünftigen Sedelhöfe aus.

Szene 9
Reiner T. versammelt seine 4 Hilfspolizisten um sich und erklärt ihnen die Lage.
Er endet mit den Worten: Es war mir eine Ehre, mit ihnen gedient zu haben.

Szene 10
Gemeinderäte verbarrikadieren Fenster und Türen des Rathauses.

Szene 11
Die Punker marodieren in der Fußgängerzone.
David D. wirft seine letzte Bierflasche auf den Boden mit den Worten: Drecksstadt! Nicht mal Pfandringe gibt es hier!

Szene 12
Im Schutz der hereinbrechenden Dunkelheit machen sich die Hilfspolizisten daran, die Punker abzufangen und zu stellen.

Szene 13
OB Rivoir sitzt zusammengesunken in seinem Chefsessel und flüstert: Mein Gott, was habe ich getan? Die Geister, die ich rief, werd ich nicht mehr los. Nie wieder Tatort in Ulm!

Szene 14
Die Punker treffen von Osten kommend auf dem Münsterplatz ein.
Die Hilfspolizisten von Süden kommend.
Schneller Schnitt zwischen den beiden Gruppen.
Die Glocken des Münsters schlagen Mitternacht.
Punker und Polizei sehen sich und gehen langsam aufeinander zu.
Die Kamera fährt zurück.
Schemenhaft sieht man die Schlacht.
Das Münsterscanning erlischt.
Langsam, aber würdevoll sieht man den Turm des Ulmer Münsters in sich zusammensacken.
Die Kamera fährt weiter zurück.

Abspann
Drehbuch: Jochen ‚Laser‘ Schmidberger

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s