Es ist Karfreitag

Und wie jedes Jahr zu Karfreitag kocht die Diskussion zum Tanzverbot hoch, werden von der einen Seite die christlichen Werte verteidigt und von der anderen Seite die kirchlichen Feiertage ganz in Frage gestellt.

Die Welt faßt unter „unserer Leitkultur“ ganz im Stil der CSU christliche Werte zusammen, die niemals christlich waren. Da hat Herr Matussek wohl so Dinge wie die 10 Gebote „Du sollst nicht die Ehe brechen.“ oder Leviticus 18,22 „Du sollst nicht bei einem Manne liegen wie bei einer Frau; es ist ein Greuel.“ einfach vergessen.
Ok, hier auf Erden droht keine Strafe mehr, aber es sind Todsünden und werden nach Ansicht dieser Religion entsprechend nach dem Tod bestraft.

Selbstverständlich ist auch die Schwäbische dabei, die Zeitung für christliche Nachrichten. Mal ganz von diesem irrsinnig absurden Vergleich zwischen Genozid im Nahen Osten und Tanzverbot in Deutschland, schreibt Hendrik Groth: „Niemand zwingt im Namen des Christentums irgendjemandem auf, wie er sich zu verhalten hat.“
Äh, doch. Genau das ist ein Tanzverbot für Nicht-Christen.
Herr Groth benutzt zwar das Wort Leitkultur nicht, aber er umschreibt es mit „Werte und Traditionen“.

Ist jetzt wirklich Pegida unsere Leitkultur, sind das unsere Werte und Traditionen?

Das, was jetzt an christlichen Werten beschworen wird, wurde erst gegen den Widerstand der Kirchen blutig erkämpft.
Und der Weg zu einem laizistischem Staat ist noch weit, wenn man christliche Feiertage im allgemeinen, die stillen im besonderen, das Eintreiben des Vereinsbeitrags durch den Staat, das Bezahlen von Vereinsvorsitzenden und ein eigenes Arbeitsrecht anschaut.

Deutschland ist ein christliches Land!
Mag sein. 61% der Deutschen sind Christen. Aber das reicht in der Politik nicht einmal annähernd für eine Verfassungsänderung.
Viel wichtiger ist aber, daß andere Gruppen durch solche Bevorzugung auf ihren Platz verwiesen werden. Auch die Juden – obwohl es ja neuerdings christlich-jüdische Leitkultur heißt.

Diese Werte, die jetzt als christliche Werte verkauft werden, sind meine Werte! Aber keine christlichen.
Und was die mit einem Tanzverbot für Nicht-Christen oder einer Subventionierung einer Religionsgemeinschaft durch den Staat zu tun haben sollen, erschließt sich mir nicht.
Es ist doch im Prinzip ganz einfach – wer tanzen will, geht in die Disco, wer im Stillen beten und dem Tod seines Gottes gedenken will, geht in die Kirche.

Und zum Schluß noch: Ich bin für die komplette Abschaffung aller Feiertage.
Die Meisten wissen doch gar nicht mehr, für was die stehen – ganz egal, ob es jetzt weltliche oder kirchliche sind.
Immer mehr Menschen müssen auch an den Feiertagen arbeiten – von Rettungsdiensten über Bedienungen und System-Administratoren bis zu Tankstellenverkäufern.
Geben wir den Menschen 10 Tage mehr gesetzlichen Urlaubsanspruch. Und die 5% Deutschen, die in die Gottesdienste gehen, können diesen Urlaub gern an Weihnachten und Ostern nehmen.

Es ist mir egal, wenn Ihr kein Schweinefleisch essen wollt, wenn Ihr freitags nur Fisch essen wollt, wenn Ihr tagsüber überhaupt nicht essen wollt, wenn Ihr nicht tanzen wollt, wenn Ihr kein gesäuertes Brot essen wollt – aber macht das für Euch! Schreibt mir nicht vor, was ich darf oder nicht!

So sehe ich das.

(Ich mach mir jetzt Pasta. Freitag ist schließlich Feiertag im Pastafarianismus. Mit Schinken.)

Advertisements

Ein Gedanke zu „Es ist Karfreitag

  1. Das ist nicht besser als was die Salafisten mit ihrem Hl. Krieg gegen uns verhaben, also vorsichtig mit der Abschaffung des Abendlandes(Feiertage).

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s