Sprache

Ich bin ja wirklich nicht bekannt dafür, besonders sensibel bei Sprache zu sein.

Ich verwende konsequent die alte Rechtschreibung, die vor dieser komischen Rechtsprechreform.
Ich nutze auch das sogenannte generische Maskulinum – oder wie ich es nenne: korrektes Deutsch.
Ich sage „Neger“ und „Asylanten“, weil ich das so gelernt habe. (Zu meiner Zeit war „Schwarzer“ ein Schimpfwort, weil die sind ja gar nicht schwarz.)

Was ich aber gar nicht abkann, worauf ich richtiggehend allergisch reagiere, das ist, wenn man die Sprache bewußt nutzt, um Personen oder Gruppen zu entmenschlichen.

Dies geschieht, um Menschen aus der Gruppe Mensch auszuschließen.
Um ihnen sämtliche Rechte als Mensch abzusprechen.
Um Hemmungen bei den Gesprächspartnern abzubauen, ebenfalls diese Menschen auszugrenzen.

Die Würde des Menschen ist unantastbar, habe ich mal irgendwo gelesen.
Also muß man unliebigen Menschen dieses Menschsein absprechen.

Das war schon bei den alten Chinesen und Römern so, die alle Nicht-Chinesen bzw. Nicht-Römer Barbaren nannten.
Perfektioniert haben das (natürlich) die (Achtung Godwin) N*zis.
Die sprachen von slawischen und jüdischen Untermenschen. Von bolschewistischen Horden. Lebensunwertes Leben also.

Und jetzt muß ich von einem Mitglied des Landtags NRW lesen, daß er von braunen Horden spricht. Von brauner Brut.
Das ist N*zi-Sprech in Reinkultur!
Auch wenn es gegen echte oder vermeintliche (Neo-)N*zis eingesetzt wird.

Es gibt aber noch andere Beispiele.
Gibt es das Wort Schwuletten noch? Zu meiner Zeit wurden so von Homophoben Schwule genannt. Die Assoziation zu Buletten war wohl gewollt. Ebenso die Einreihung in Adiletten oder Mantaletten.
Natürlich der Klassiker Du Schwein. Oder Bullen für Polizisten. Entmenschlichung pur.
Und auch der Ausdruck Zusels für Mitglieder einer Crew der Piratenpartei geht in die gleiche Richtung.

Viele sagen: Kein Mensch ist illegal. Refugees welcome. Bezeichnen andere als N*zis, weil diese die Menschenwürde nicht vertreten würden.
Sie machen das aus einem Anspruch, gute Menschen zu sein.
Und nutzen gleichzeitig die Methoden derer, die sie bekämpfen wollen.

So sehe ich das.

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Ein Gedanke zu „Sprache

  1. Pingback: Zwischenruf: Sprache | PiratLaser

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