Oberbürgermeisterwahl Ulm

Wappen der Stadt Ulm
Am Sonntag ist Oberbürgermeisterwahl in Ulm.
Da ich mein Ulm liebe und auch politisch interessiert bin, habe ich mir natürlich die Kandidaten genau angeschaut.
Hier mein ganz persönlicher Kandidatencheck – der natürlich nicht objektiv ist, da ich im Wahlkampfteam zweier Kandidatinnen bin.

Reihenfolge nach Nachname

Sevda Caliskan
Kannte ich als einzige Kandidatin bis zur Bekanntgabe ihrer Bewerbung gar nicht.
Frau Caliskan wurde auch von den Medien, Vereinen und Initiativen ignoriert. Mehr als das, was die SüdwestPresse in ihrem Portrait geschrieben hat, weiß ich deshalb auch jetzt nicht.
Fazit: Als Deutsch-Türkin wird sie hoffentlich Ulmer mit Migrationshintergrund für die Wahl interessieren können. Das reicht aber nicht.

Lisa Collins
Eins „meiner 2 Mädels“.
Lisa ist für jeden Spaß zu haben – so mußte sie sich auch bei Ulm sucht den SuperGönner der Partei Die PARTEI durchsetzen.
Tatsächlich hat Lisa eine klare politische Position, die im recht konservativen Ulm aber wohl eher auf Unverständnis stößt.
Fazit: Der Wahlkampf hat mir Spaß gemacht, Lisa hoffentlich auch. Aber da fehlen noch ein paar Dutzend Prozent zur Machtübernahme.

Gunter Czisch
Seit Jahren Finanzbürgermeister von Ulm. Und das betont er auch immer.
Sein Handwerk sind die Zahlen, da ist er richtig gut für Ulm. Im Wahlkampf schließt er sich den Forderungen der anderen Kandidaten an, wenn er denkt, daß das beim Wähler gut ankommt. Wirkliche politische Ziele sehe ich bei ihm nicht.
Fazit: Ein Verwalter, kein Gestalter. Nicht geeignet, um Ulm in die Zukunft zu führen.

Anja Hirschel
„Mein anderes Mädel.“
Sie kenne ich am besten.
Anja kann Verwaltung. Anja hat politische Ziele. Und Anja kennt sich mit Technik und den Möglichkeiten aus.
Bei jeder Podiumsdiskussion sehr gut vorbereitet. Informiert sich zu jedem Thema – und redet dann nicht dem Wähler nach dem Maul, sondern bringt fundierte Argumente.
Überrascht hat mich ihr rhetorisches Talent – auch kein Fehler als OB.
Fazit: Anja wäre ein Glücksfall für Ulm.

Ralf Milde
Sollte das Gesetz über die Altersgrenze nicht geändert werden, kann er nicht die vollen 8 Jahre OB bleiben.
Herr Milde hat viel Witz, nur weiß man bei ihm nie, was spaßig und was ernst gemeint ist.
In der Fraktion der Freien Wähler im Gemeinderat hat er sich nicht durchsetzen können und ist zur FDP-Fraktion gewechselt. Sowohl das Nicht-Durchsetzen-Können in der größten Fraktion, als auch die Mitgliedschaft in der kleinsten Fraktion, macht seine Arbeit als OB bestimmt nicht einfach.
Fazit: Spaßkandidatur. Interessant wird höchstens eine eventuelle Wahlempfehlung bei einer möglichen Neuwahl.

Martin Rivoir
Für mich das Paradebeispiel für einen Unsympath. Was Herrn Rivoir interessiert, ist Herr Rivoir.
Herr Rivoir ist ein reiner Machtpolitiker. Egoistisch und egozentrisch. Wird er mit Fakten widerlegt, schmeißt er schonmal Teilnehmer einer Diskussion raus.
Er betont gern, daß er „20 Jahre in der Wirtschaft gearbeitet“ hat. Darauf scheint er aber keine Lust mehr zu haben. Herr Rivoir will Politiker sein. Vollzeit. Weil Politiker.
Klappt es nicht als OB von Ulm, setzt er sich halt wieder in den Landtag in Stuttgart.
Fazit: Ich liebe mein Ulm – aber mit Rivoir an der Spitze muß ich mir Auswanderung überlegen.

Birgit Schäfer-Oelmayer
Die Notlösung der Grünen.
Die Grünen haben erst nach Bekanntgabe der Kandidatur von Anja Hirschel begonnen, eine Kandidatin zu suchen. Sonst hätten sie ja die Frau unterstützen müssen. Und nicht Herrn Czisch.
Nachdem die erste Wahl der Grünen abgesagt hat, mußte dann Frau Schäfer-Oelmayer her. Immerhin konnten sich die 3 Lager der zerstrittenen Grünen einigen.
BSO ist die große Null im Wahlkampf, sie bleibt so blaß, daß sie nicht einmal bei einer Berichterstattung über eine Podiumsdiskussion erwähnt wird.
Fazit: Wait. What?

Ich liebe mein Ulm. Ich weiß, wen ich wähle.

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3 Gedanken zu „Oberbürgermeisterwahl Ulm

  1. Rivoir fand ich auch so schon unsympathisch – aber dass es so schlimm um ihn steht…

    Darf man deine Meinung zu unserem noch-Bürgermeister erfahren?

    • Wollte ich eigentlich nicht.
      Ivo Gönner hat viel für Ulm getan. Früher.
      Jetzt ist er ein alter Mann, der das Internet als Glump bezeichnet, z.B. bei der Sparkasse total versagt und ansonsten sich immer mehr als Alleinherrscher Ulms sieht. Seine Basta-Politik ist im Gemeinderat gefürchtet.
      Jetzt konnte er noch abtreten bevor sein Denkmal beschädigt ist.

      • Das ging aber schnell. Vielen Dank für den Kommentar.

        Anja Hirschel wäre wirklich ein Glücksfall für Ulm, aber erfahrungsgemäß folgt das Wahlvieh leider seinem Herdentrieb…

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