Zwischenruf: Elektroautos

Da gibt es ein Argument gegen Elektroautos, bei dem ich nur lachen muß.

Man hört die Dinger nicht!

Wir bauen innerstädtisch bockhäßliche Lärmschutzwände, weil Lärm sogar krank macht.
Und dann soll das ein Argument gegen Elektroautos sein?
Diese sollen nach Meinung Mancher sogar mit einer Lärmquelle nachgerüstet werden.

Weil – man hört sie nicht, wenn man die Straße überquert.

Jetzt ist der Mensch aber zuallererst ein visuelles Tier. Wir nehmen unsere Umwelt einfach am besten durch die Augen wahr.
Und deshalb hab ich auch schon in der Grundschule gelernt, wie man eine Straße überquert. Links gucken. Rechts. Links.

Wenn man dann noch sieht, daß immer mehr Fußgänger im Straßenverkehr Musik hören oder telephonieren – die kriegen keine Geräusche mit.

Bleiben noch die Sehbehinderten – das kann ich nicht beurteilen.
Ich möchte keine Straße ohne Ampel oder Zebrastreifen nur nach Gehör überqueren wollen. Elektroautos hin oder her.

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Ein Gedanke zu „Zwischenruf: Elektroautos

  1. Nachdem mich neulich so eine Tante in einem elektrischen Stadtflitzer fast umgenagelt hat, weil sie ohne zu blinken abgebogen ist, ich schon auf der Straße stand und das Fahrzeug eben nicht gehört habe, halte ich einen Geräuscherzeuger für eine gar nicht so doofe Idee. ich habe den Wagen weder gehört, noch gesehen und saß fast auf der Motorhaube.

    Mit einer steigenden Zahl von E-Fahrzeugen wird man halt eine neue Verkehrskultur und neue Regeln brauchen. Das Hauptproblem beim Lärm sind aber bei modernen Autos weniger die Motorgeräusche, sondern die Abrollgeräusche der Reifen. Die Motoren sind größtenteils gekapselt und die Auspuffanlagen gedämpft. Bei höherem Tempo (ab ca. 50 km/h) kann das Reifengeräusch den Motor schon übertönen. Klar, das ist fahrzeugabhängig, aber da können die Autobauer schon längst was machen. Dummerweise ist der Autokäufer halt nicht ausschließlich ein Augentier, da kommt es auch stark auf die Geräusche an, die so ein Ding macht. Autohersteller beschäftigen Akustik-Designer, die exakt festlegen, wie das schließen der Tür, das Blinkergeräusch und eben auch der Motor klingen muß, damit das Käufer anzieht. Wenn das nicht passt, dann kann das Auto noch so toll sein – es wird sich schlechter bis gar nicht verkaufen.
    http://www.sueddeutsche.de/auto/akustik-design-in-der-autoindustrie-brummig-voll-und-baerig-1.614446

    Bei Elektroautos ist die Geräuschentwicklung im normalen Straßenverkehr durch die fehlenden Motorgeräusche zwar ein Stück leiser, aber wie viel genau, dazu müsste es Studien geben. Winterreifen sind lauter als Sommerreifen. Die Art des Asphalts spielt auch eine große Rolle (Stichwort „Flüsterasphalt“). Je höher die Geschwindigkeit, desto lauter die Abroll- und Windgeräusche. Nur bei niedrigeren Geschwindigkeiten hört man einen Verbrennungsmotor deutlich.

    Selbst wenn es mal keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr geben sollte, wird man noch Lärmschutzwände brauchen, denn ein adäquater, leiser Ersatz für Gummireifen ist nicht in Sicht.

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