Köln Hauptbahnhof

Am Hauptbahnhof Köln sind Silvester Frauen von ca. 100 Männern angegriffen und sexuell belästigt worden.
Auch eine Vergewaltigung hat es anscheinend gegeben. Bisher gingen bei der Polizei 90 Anzeigen ein.
(Alle Angaben nach meinem derzeitigen Wissensstand.)

Ich hoffe, wir müssen nicht darüber reden, daß so etwas immer und jederzeit abzulehnen ist. Egal in welcher Situation, egal von wem die Gewalt ausgeht und egal gegen wen sich die Gewalt richtet. Wobei ich mir durchaus vorstellen kann, daß eine Frau von sexuellen Übergriffen stärker traumatisiert wird als ein Mann. Wobei – ich in meiner anerzogenen(?) Rolle als Mitglied des „starken“ Geschlechts wäre wohl auch nach einer analen Vergewaltigung innerlich am Ende.

Aber um das soll es hier gar nicht gehen.

Was mich ankotzt, ist, wie „das Internet“ darauf reagiert. Ich mein, das ärgert oder belustigt mich schon öfters.
Brüderle macht einen selten doofen Anmachspruch. Ganz klar, er ist ein Maskuschwein. Wie alle Männer natürlich!
Ein Asylbewerber wird mit einem Messer angegriffen. Ganz klar, das waren N*zis. Wie alle Deutschen!
Ein Neger klaut etwas. Ganz klar, das war ein Asylbetrüger. Wie alle Ausländer!
„Das Netz“ hat immer ganz schnell eine Vorverurteilung. Und Verallgemeinerungen.

In Köln war das jetzt etwas anderes. Die Opfer waren Frauen, die Täter sahen nach Augenzeugenberichten nordafrikanisch aus.

Stolze Deutsche entdecken den Feministen in sich. Diese Ecke also, die nach meiner Wahrnehmung eine starke Macho-Kultur hat. Aber so kann man gegen Flüchtlinge hetzen. Ganz egal, ob die Täter Deutsche sind, Immigranten oder Asylanten – interessiert nicht.
Zum Glück bekomme ich in meiner Bubble im Netz davon relativ wenig mit. Mit solchen Leuten brauche ich keinen Kontakt, und über eine solche Einstellung muß man auch gar nicht diskutieren.

Die andere Seite ist interessant. Und ich rede nicht von den radikalen Netzfeministen, die einen gleich als Cis-Faschist beschimpfen, wenn man ihnen rät, mal über etwas nachzudenken.
Das ist die Seite, die sich sowohl feministisch sieht und gleichzeitig Refugees welcome sagt. (Diese 2 Gruppen haben eine sehr hohe personelle Überschneidung.)
Und die hat mit Köln ein Problem. Denn in ihren Augen sind sowohl Opfer als auch Täter unangreifbar.
Ich habe jetzt viele Artikel und Blogbeiträge gelesen. Es wird zu nahezu 100% Derailing betrieben. Tenor: wer erwähnt, daß die Täter keine Weißen waren, ist ein Rassist.
Kaum ein Wort zu den belästigten Frauen und dem Vergewaltigungsopfer.
Ganz im Ernst – es geht anscheinend auch den größten Feministen nicht um die Frauen. Sie werden nach einer bewußten oder unbewußten Abwägung zugunsten des Kampfes gegen den Rassismus – im wahrsten Sinne des Wortes – geopfert.

Und das kotzt mich an. Nicht weil ich der große Feminist bin. Sondern wegen diesem Abwägen und der Empathielosigkeit gegenüber den Opfern.
Wir müssen wohl doch reden – nicht wie ich oben gehofft hatte.

Und was den Rassismus-Vorwurf betrifft – da hat Birgit Kelle einen guten Beitrag geschrieben,

Das ist jetzt mein ganz persönlicher Eindruck – so sehe ich das.

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