CSD und Terror

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Vorab: Diesen Artikel habe ich vor dem CSD in Ulm geschrieben. Veröffentlicht wird er automatisch am Sonntag nach dem CSD – ohne Bearbeitung.

Auf der Mailingliste der Ulmer Piratenpartei wurde bekannt gegeben, daß auf dem diesjährigen CSD keine Luftballons angebracht oder verteilt werden dürfen – zur Panikvermeidung. Natürlich ging das dann auch auf die sozialen Medien.
Und die Piraten waren schon etwas ärgerlich, da ihre Säbel-Formballons immer gut ankamen.

Ich habe gleich vermutet, daß es etwas mit dem Geräusch von platzenden Ballons zu tun hat, das man auch mit Schüssen verwechseln kann. Insbesondere nach den Terror-Angriffen in den letzten Wochen in der Nähe von Ulm und mit Hinweis auf Orlando, wo gezielt eine Homosexuellen-Bar angegriffen wurde. Ein Vorstand des CSD Ulm.Neu-Ulm e.V. hat mir das dann auch telephonisch bestätigt.
Und dieser Vorstand hat mir auch noch gesagt, daß am Freitag noch mit einer weiteren Auflage zu rechnen ist – ich habe nicht nachgefragt (Ich schreibe gerade am Donnerstag vor dem CSD, vielleicht komme ich noch dazu, das zu ergänzen).

Auf jeden Fall habe ich das mit den Schußgeräuschen getwittert und den CSD-Verein in die mentions genommen.
Und ein paar Minuten später kam ein Anruf vom Verein, daß mir das als Vereinsmitglied im Vertrauen gesagt wurde und ich den Tweet bitte löschen oder ändern soll. Um nicht Leute zusätzlich auf dumme Ideen zu bringen.

Ich habe den Tweet gelöscht und ich kann auch die Sorgen der LGBT-Community und insbesondere die der Veranstalter verstehen – aber wo leben wir? Leben wir wirklich in einem Land, in dem Terroristen gar keine Waffen mehr brauchen? Wo es reicht, Kinderspielzeug zum Platzen zu bringen, um eine Panik ausbrechen zu lassen? Entwickeln wir uns zu den USA 2.0 und führen nach außen überall Krieg, aber zuhause haben wir Angst vor Luftballons und umfallenden Schränken aus Schweden?

Wenn Terroristen es schaffen, daß unsere Regierung die Freiheit, die sie uns nehmen wollen, selbst abschafft, dann haben sie gewonnen.
Wenn Terroristen es schaffen, daß wir selbst unsere Freiheit aufgeben, dann haben sie gewonnen.

Wenn Terroristen es schaffen, uns in ein Volk von Paranoikern zu verwandeln, dann haben sie gewonnen!

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Ein Gedanke zu „CSD und Terror

  1. Pingback: Laserbrief zu „Christopher Street Day in Neu-Ulm: Familiäre Atmosphäre“ und „Leitartikel Anschläge: Terror ohne Botschaft“ | PiratLaser

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