Laserbrief zu „Christopher Street Day in Neu-Ulm: Familiäre Atmosphäre“ und „Leitartikel Anschläge: Terror ohne Botschaft“

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Anstatt eine Fortsetzung zu CSD und Terror zu schreiben, hier der Laserbrief an die SüdwestPresse.

Der Leitartikel „Terror ohne Botschaft“ hat es sehr gut beschrieben, daß der Terrorismus eigentlich gar kein Terrorismus mehr ist. Es sind zumeist – aus welchen Gründen auch immer – gestörte Menschen, die entweder als Trittbrettfahrer ihre fünf Minuten Ruhm wollen, oder die von Politik und Medien zu Terroristen gehypt werden.
Dagegen gibt es keinen Schutz.

In Absprache mit dem Ordnungsamt Neu-Ulm (die Polizei wußte am Telephon nichts davon) hat es der CSD Ulm.Neu-Ulm e.V. trotzdem versucht. Der Petrusplatz war nahezu hermetisch mit Gittern abgesperrt, die vorherrschende Farbe war das Neongelb der Security-Westen.
Taschen wurden durchsucht, Rucksäcke – ganz dem Klischee des Rucksackbombers entsprechend – waren komplett verboten. Und bei der Umsetzung dieser Auflagen war die Security rigoros und wenig höflich.
Vielleicht war das auch der Grund für die „familiäre Atmosphäre“, die im Artikel über den CSD beschrieben wurde. Es waren wesentlich weniger Leute da als die Jahre zuvor.

Das Rucksack-Verbot wurde übrigens im Gegensatz zum Luftballon-Verbot nicht angekündigt.

Luftballon-Verbot? Ja. Standbetreiber wurden zwei Tage vor dem CSD darauf hingewiesen, daß Luftballons nicht erlaubt sind. Und auch die Bühne, die bisher immer mit Ballons geschmückt war, blieb kahl.
Die Begründung dafür war Panik-Vermeidung, weil sich platzende Luftballons wie Schüsse anhören könnten.
Das Ordnungsamt geht also tatsächlich davon aus, daß Kinderspielzeug eine Panik auslösen könnte. Im Gegensatz zum zeitgleich stattfindenden CSD in Köln mit 150,000 Besuchern und Millionen Luftballons.
Leben wir wirklich in einer Welt, in der man nur Luftballons braucht, um eine Panik auszulösen? Ich denke nicht. Hier hat das Ordnungsamt maßlos übertrieben reagiert.

Auch wenn die Initiative für diese Maßnahmen mutmaßlich von der Stadt Neu-Ulm ausging, hat der CSD-Verein diese doch mitgetragen und verteidigt, was mich dazu veranlaßte, noch am selben Abend aus dem Verein auszutreten.

Die reichlich verteilten Erwachsenen-Luftballons waren übrigens nicht verboten.

Erwachsenen-Ballon

Mit freundlichem Gruß

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Ein Gedanke zu „Laserbrief zu „Christopher Street Day in Neu-Ulm: Familiäre Atmosphäre“ und „Leitartikel Anschläge: Terror ohne Botschaft“

  1. Wenn man sich die alten RAF Bekennerschreiben durchliest könnte man durchaus vermuten das Terroristen nicht erst seit gestern schwer gestörte Menschen sind…

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