Bahnhofsvorplatz

Und weiter geht die unsägliche Diskussion, wie der Bahnhofsvorplatz in Ulm aussehen soll.
Jetzt wurde sich für die sogenannte kleine Lösung entschieden. Nachdem man sich zuvor für die große Lösung entschieden hat.
Und bevor man sich wieder für etwas ganz anderes entscheidet.

Es geht dabei um die Frage, wie der Wetterschutz zwischen Bahnhof und Stadt aussehen soll. Also Dächer für Fußgänger und Menschen, die auf den Bus warten.

Und ich bleibe dabei – das ist die letzte Frage, die sich im Ulmer Bermuda-Viereck (City-Bahnhof, Sedelhöfe, Friedrich-Ebert-Straße, Tiefgarage) stellt.
Zwei Punkte davon sind im Bau (Tiefgarage, Sedelhöfe), einer (mal wieder) entschieden (Straße) – und der Bahnhof? Da erfährt man so beiläufig aus der Zeitung, daß es wohl keinen neuen City-Bahnhof geben wird.
Dieser neue City-Bahnhof, den die Bahn der Stadt Ulm mündlich(!) zugesichert hat, der Bahnhof, der bis zur Eröffnung von Stuttgart 21 fertig sein sollte. Woraufhin beim Volksentscheid überdurchschnittlich viele Ulmer gegen den Ausstieg des Landes aus der Finanzierung stimmten. Dieser Bahnhof für den die Stadt Ulm unter Anderem mit einem 300,000 Euro teuren Pavillon Werbung machte, dessen Abriß noch im März 2015 abgelehnt wurde.
Dieser Bahnhof für den die Stadt Ulm in vorauseilendem Gehorsam der Bahn gegenüber das Intercity-Hotel für gemunkelte 15 Millionen Euro gekauft hat. Und jetzt ist die Stadt über die UWS im Besitz eines Hotels, dessen Bilanz nicht einzusehen ist – wie soll es damit weiter gehen? Kommen die Millionen irgendwann wieder rein?
Die Stadt Ulm hat hier jedenfalls Steuergelder auf eine mündliche Zusage der Bahn ausgegeben. Das ist nahe dran an Untreue.

Zurück zum Wetterschutz.

Geradezu grotesk ist die Begründung, daß weil es eben keine Unterführung von der Stadt bis in den Bahnhof – und weiter bis zur Schillerstraße – geben wird, die Lösung mit fünf kleinen Dächlein die bessere ist.
Also, wenn man nicht unterirdisch trockenen Fußes wohin kommt, soll man das oberirdisch erst recht nicht dürfen?
Und wo bleibt eigentlich die hochgepriesene Bürgerbeteiligung? Dieses blöde Dach war der einzige Punkt bei der Gestaltung des Platzes, bei dem die Bürger mitreden durften – aber das war wohl auch eher so Alibi.
Da kommt einem nur der alte Physiker-Spruch in den Sinn: Ihr da Ohm macht doch eh Watt ihr Volt!

Während ich das schreibe, habe ich noch über Twitter eine Diskussion mit zwei Stadträten.
Das Dach mußte jetzt entschieden werden wegen der Tiefgarage. Weil deswegen muß auch das alte Dach vor dem Bahnhof weg. Das hat mich etwas gewundert, weil nach meiner Kenntnis kommt die Tiefgarage unter den Busbahnhof und tangiert weder die Ebert noch den Bahnhofsvorplatz. Aber ist ja alles im Netz – nur wo? Ich jedenfalls bekam einen Link der alles zeigte, nur nicht wo die Tiefgarage genau sein wird.
Soll das diese digitale Stadt, dieses Ulm 2.0 sein?

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