Das wird teuer

Warnung!
Für das Fallenlassen einiger kleinerer Klagen der Energieriesen e.on, EnBW, RWE und Vattenfall mit einem Gesamt-Streitwert von 0.6 bis 0.8 Milliarden Euro (eigene Angaben!), wollen Union, SPD und Grüne(sic!) die Atommüllerzeuger für 23 Milliarden Euro aus dem Verursacherprinzip entlassen.

Einige andere Klagen wollen die Energieriesen natürlich fortführen – 5 Milliarden will Vattenfall, für die Laufzeitverkürzung wollten die Big Four 19 Milliarden, es wird wohl ca. eine werden, und sie klagen noch gegen die Brennelementesteuer…
Und sie wollen auch schon gegen diese 23.2 Mia klagen, obwohl die nur 500 Mio Euro über ihrem eigenen Angebot liegen.
Konzerne, die zusammen einen Umsatz (nicht Gewinn) von knapp 200 Milliarden Euro haben.

Bisher ist es so, daß Atommüll auch vom Verursacher entsorgt werden muß.
Dafür und für den Rückbau der Atomkraftwerke haben die Konzerne auch Rückstellungen von derzeit ca. 39 Milliarden Euro gebildet. Diese reichen aber wohl nur für den Rückbau, d.h. für die Suche nach, den Ausbau eines und den Betrieb des Endlagers ist noch gar kein Geld vorhanden.
Und was heißt eigentlich vorhanden? Eine Rückstellung heißt nicht, daß das Geld auf einer Bank liegt und im besten Fall sogar Zinsen bringt. Es ist nur eine Zusicherung, daß man das Geld aufbringt, wenn es benötigt wird.
Dabei fließen natürlich selbstverständlich sämtliche Taschenspielertricks ein. Eine Rückstellung wirkt sich z.B. steuermindernd aus, da sie den Gewinn drückt. Und natürlich rechnen die Stromriesen mit einem Zinssatz von bis zu 4.7% auf ihr Vermögen – beim derzeitigen Leitzins der EZB von 0.00% ist das wohl eher unwahrscheinlich.

Und jetzt werden diese Firmen die kompletten Risiken für die Endlagerung für läppische 23 Milliarden Euro los.
Wir reden hier unter anderem von 450 Tonnen hochradioaktiven Mülls. Darunter das hochgiftige Plutonium mit einer Halbwertszeit von 24,000 Jahren. Andere Stoffe haben sogar Halbwertszeiten von bis zu einer Million Jahren. Halbwertszeit! Die strahlen dann immer noch, halt nur noch halb so stark, aber immer noch.

Aber gut, in solch langen Zeiträumen muß man gar nicht rechnen.
Rechnen wir mit der überschaubaren Zeit von 100 Jahren.
In der Zeit muß ein Endlager gefunden werden. Es muß ausgebaut werden. Der Müll muß dorthin transportiert und eingelagert werden. Ein Castortransport kostet schon 30 Millionen Euro. Und es muß betrieben werden.
Lassen wir die ganzen zusätzlichen Kosten weg, sind wir bei 100 Jahren bei 230 Millionen Euro pro Jahr.
Zur Erinnerung: Für den Ausbau und Erhalt der bundeseigenen Straßen will Herr Dobrindt bis zum Jahr 2030 264 Milliarden Euro investieren. Also 18 Milliarden pro Jahr.
Da braucht niemand erzählen, daß diese Rechnung aufgeht.

Das einzige, das mir einfällt, ist, daß die Stromkonzerne mit ihrer Insolvenz gedroht haben, und es dann gar kein Geld geben würde.
Jahrzehntelang haben sie es hinten reingeschoben bekommen – zuletzt bei der Energiewende, die mal ganz anders geplant war – und jetzt erpressen sie den Staat, und damit alle Bürger, um zu überleben, damit sie so weiter machen können wie bisher.

So sehe ich das.

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