Krieg und Frieden

»Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.«
So Clausewitz.
»Politik ist kein Sprint sondern ein Marathon.«
So diverse Politiker.

Daraus folgt, daß Krieg kein Sprint sein kann.
Und das ist wahr.

Im modernen Krieg versuchen diverse Staaten und Organisationen mit „chirurgisch genauen“ Schlägen, den Gegner auszuschalten.
Da werden militärische Ziele präzise vernichtet – die intelligente Bombe filmt das bis zur Detonation.
Da wird hier mal eine „Nummer 2“ der Taliban weggedrohnt, da mal ein Führer des IS.

Mit dem Erfolg, daß die Taliban in Afghanistan wieder stärker werden. Und immer größere Gebiete kontrollieren.
Der IS breitet sich nach Afrika aus. Libyen, Nigeria…
Überall finden sich Menschen, die sich radikalisieren lassen.
Es ist die berühmte Hydra, der 7 Köpfe nachwachsen, wenn ihr einer abgeschlagen wird.

Aber es ist doch im 2. Weltkrieg gelungen, Frieden und Demokratie herbeizubomben!

Da gibt es allerdings 2 Unterschiede.

Die Achsenmächte und ihre Verbündeten waren alle sehr zentral organisiert – normalerweise auf einen Führer ausgerichtet.
Am Beispiel Italiens sieht man, daß es gereicht hat, den Duce auszuschalten. (Bis ihn die Deutschen wieder inthronisiert haben.)
Heute gibt es dies nicht mehr.
Es gibt noch nicht einmal mehr den klassischen Krieg zwischen Staaten. IS, Taliban, Boko Haram… das ist asymmetrische Kriegführung – bezeichnenderweise eine direkte Folge des Entstehens von Supermächten, gegen die andere Staaten militärisch keine Chance haben.

Das Paradoxon der militärischen Überlegenheit ist, daß dadurch der Gegner Taktiken entwickelt, gegen die der militärisch Überlegene keine Chance hat.

Der zweite große Unterschied zum WWII ist, daß der Krieg damals nicht mit chirurgischer Präzision geführt wurde.
Es wurde ein Krieg gegen die Zivilbevölkerung geführt.
Selbst die Japaner mit ihrem Kodex, daß der Einzelne nichts, der Tenno und Nippon alles zählen, waren schlußendlich von Little Boy und Fat Man so geschockt, daß sie sich (persönlich) ergaben.
Und in Europa?
6 Jahre Krieg. Jede Familie hat Angehörige verloren. Tag und Nacht Bomberalarm. Lebensmittelgutscheine, aber keine Lebensmittel. Der Krieg war militärisch verloren. Trotzdem permanent die Angst – vor dem Regime, vor den Bomben. Aufräumen in den zerbombten Städten. Verkohlte Leichen aus Bunkern bergen. Undundund…

Die Bevölkerung war kriegsmüde.
Es gab den Werwolf-Befehl – in Guerilla-Manier den Kampf weiter führen.
Haltet die Fresse, N*zis – wir haben die Schnauze voll!

Nur so kann ein Krieg endgültig gewonnen werden.
Die komplette Bevölkerung kriegsmüde zu bomben.
Das geht nicht mit chirurischen Luftschlägen.
Das geht nur durch jahrelanges Bombardement.
Der Gegner muß in Höhlen hungern.
Dann kommt der G.I. mit Schokolade, Chewing Gum und Demokratie.

Es bleiben 2 Fragen:
Wollen wir solche Kriege führen?
Was machen wir sonst mit Diktatoren, die z.B. einen Genozid durchführen?
Was machen wir mit den Gaddafis, den Erdogans, den Idi Amins…?

(Assad ist grad kein gutes Beispiel – in Syrien geht es schon lange nicht mehr um irgendwas. Das ist ein großes militärisches Übungslager für jeden, der will.)

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