Ich hab mit Scribus gespielt

Teaser
Ich hab auf dem #lptbw151 gesagt, daß ich mir schon Gedanken unter anderem über den Wahlkampf für die Landtagswahl gemacht habe.
Wir brauchen meiner Meinung nach ein Gesamtkonzept – Plakate, Print (Wahlprogramm), ganz viel Social Media,…
Mein Vorschlag.
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Neu-Ulm-Gate

Was ist nur aus den Piraten geworden?

Da schreibt ein Pirat einen Blogbeitrag, der nicht die Meinung anderer trifft.
Vermutlich allein.
Ok, er ist Vorstandsvorsitzender eines Kreisverbands. Und hat auf der offiziellen Homepage geschrieben.
Und der Beitrag ist falsch. Schon allein weil man nicht eine Diskriminierung gegen eine andere aufwiegen kann, was da schon im ersten Satz passiert.

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Bezirksverband Tübingen

Am 26. Mai war Bezirksparteitag im Bezirk Tübingen.

Einer der wichtigsten Punkte war die mögliche Auflösung der Gliederung.
Dafür gab es viele Fürsprecher und auch gute Argumente.

Ich war dagegen.
Erstens gibt es mMn noch nicht ausreichend Gliederungen auf Kreisebene. Wir hatten die Kreisverbände Reutlingen und Tübingen, die eine reine Selbstverwaltung waren – und erst nach dem Zusammenschluß Sinn machten. Der KV Ravensburg-Bodenseekreis wurde gleich als Doppel-Kreisverband gegründet. Ich persönlich mag solche Gebilde nicht. Wobei ich allerdings beim KV Ulm/Alb-Donau-Kreis eine Ausnahme mache, geht es hier doch um einen Stadtkreis mit seinem Umland.
Aber selbst damit haben wir nur in 2/3 der Landkreise (6 von 9) eine Untergliederung. Auch wenn Biberach sehr gut mit #kvadkul zusammenarbeitet, bleibt ein (flächenmäßig) sehr großes Gebiet übrig. Und (finanz-)verwaltungstechnisch ist auch Biberach ohne BzV auf den Landesvorstand angewiesen.
Zweitens wäre es tatsächlich ein falsches Signal gewesen. Piratenpartei löst sich auf. Jaja, ich weiß. Außenwirkung. Sch**ß ich auch drauf – bei Themen. Aber im Vorfeld der Bundestagswahl eine Gliederung aufzulösen – nachdem wir alle Gründungen pressewirksam gefeiert haben – wäre imho falsch. Man sieht gerade gut bei den Freien Wählern und der sogenannten AfD wie das rüberkommt.
Und drittens hat der BzVor nach dem etwas unglücklich formulierten Urteil des Landesschiedsgerichts nicht besonders gut funktioniert. Das war mir klar. Wie schlimm es allerdings war, wieviel Arbeit liegengeblieben ist – das wird mir gerade erst bewußt. Lieber Nati, Du sagtest zwar, daß es für den LVor kaum zusätzliche Arbeit bedeuten würde, wenn der BzV nicht mehr existiert. Aber wir werden noch eine gute Weile mit den „Altlasten“ kämpfen müssen. Die sind teilweise noch von dem vor-vorigen Vorstand (ich nehme mich da gar nicht aus).

Das Ziel des jetzigen Vorstands muß sein, erstmal alles zu ordnen. Den Rechenschaftsbericht für 2012 zuerst. Die Finanzen und Mitgliederverwaltung auf den neuesten Stand zu bringen. Das OTRS aufzuräumen. Den Wahlkampf im WK Zollernalb-Sigmaringen zu organisieren (und wahrscheinlich auch durchzuführen).
Dann können wir nach der Wahl wieder über eine Auflösung des BzV Tübingen diskutieren. Eine geordnete Auflösung. Wobei ich gleich sage, daß bis dahin alles wieder anders aussehen kann. Je nach Wahlergebnis. Bei einem schlechtem Ergebnis könnten sich auch die Kreisverbände Sorgen machen müssen. Bei einem super Ergebnis kann es sein, daß der BzV nicht mehr für weiße Flecken gebraucht wird, sondern als Entlastung für den LVor. Aber das liegt in der Zukunft.
Bis dahin bitte ich alle – auch die Gegner des BzV – uns zu helfen. Ohne Hilfe, insbesondere von Nati, Sören und Viktor, werden wir es nicht schaffen. Laßt uns den Wahlkampf meistern und gleichzeitig den BzV auf Vordermann bringen. Bitte.

Jetzt noch persönlich:

Der ein oder andere mag sich gewundert haben über mein Hin und Her bezüglich Kandidatur.
Ich war für die Beibehaltung des Bzv. Und habe für alle Posten kandidiert. Außer Schatzmeister natürlich^^ (Wobei ich das auch gemacht hätte, hätte es keine Kandidaten gegeben – muß man ja nicht vorher verraten.) Und ich habe mich nicht in’s Wiki als Kandidat eingetragen. Ich habe mich erst am Vortag definitiv entschieden zu kandidieren. Ich hab den Job Vorstand schon gemacht und weiß, daß es eine undankbare Aufgabe ist.
Als dann über die Hälfte der anwesenden Mitglieder für eine Auflösung des Verbands gestimmt hat, wollte ich nicht mehr – ich will doch nicht im Vorstand einer Gliederung sein, die von über 50% abgelehnt wird.
Diese Konsequenz wurde in mehreren persönlichen Gesprächen respektiert. Aber immer mit der Bitte, doch zu kandidieren. ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht – gerade wegen der Inkonsequenz, falls ich doch antrete. Aber schlußendlich mußte ich als Befürworter des BzV in Hinblick auf die relative Unerfahrenheit des Vorstands Verantwortung übernehmen.
Ich hoffe, ich enttäusche Euch nicht.
Leider fällt damit in den nächsten Wochen einiges andere in der Partei für mich weg – heute z.B. der Infostand.

Danke.
Jochen Schmidberger
Beisitzer

Liebe aktive Piraten…

… wir müssen reden.

BurnOut.
Kennt Ihr.
Ich kenne es.

Ihr reißt Euch den Arsch auf.
Habt Ihr schon immer gemacht.
Am Stammtisch.
In einer AG, einer SG.

Ihr seid gelobt worden.
Ihr habt mehr Aufgaben übernommen.
Irgendwann wart Ihr derjenige, der macht.
Allein.

Ihr habt mehr Verantwortung übernommen.
Im Kreisverband.
In einer größeren Gliederung.
In Projekten.

Ihr habt Euch reingehängt.
Mehr als andere.
Ihr habt neue Aufgaben übernommen.
Die alten konntet Ihr nicht abgeben.

Es war niemand da, der Euch entlastet.
Ihr macht das schon.
Ihr macht.
Ihr wurdet bekannt.

Nichts liebt der Deutsche so sehr wie Helden.
Außer diese Helden vom Sockel zu stoßen.
Diese Helden seid Ihr.
Und der Shitstorm kommt.

Kritisieren ist leicht.
Da mußt Du durch.
Mach, was ich will.
Arschloch.

Ich bitte Euch: Macht Pause, verdammt! Ihr macht Euch sonst kaputt!
Kümmert Euch mal nicht um dies oder das. Entweder das klappt ohne Euch – oder nicht.
Und wenn es nicht klappt – so what? Nichts ist es wert, daß dabei ein Mensch zugrunde geht!
Macht von mir aus den Job als Vorstand. Und sonst nichts.
Schaltet dieses verdammte Twitter ab.
Oder kümmert Euch nur um Eure privaten Projekte. Ob piratig oder nicht.
Irgendwann merkt Ihr selber, daß Ihr wieder mehr Kraft habt.

Ich habe diese Pause gemacht. Wahrscheinlich zu spät. Obwohl ich nie einen Shitstorm bemerkt habe.
Ich war / bin in der SG Presse, AG Presse BaWue, SG Lektorat, Vorsitzender des BzV Tübingen, habe gebloggt, habe mich um bundespolitische Themen gekümmert, um lokale Themen, um Formalfoo zu Infoständen und Wahlen, war dies und das.
Das Schreiben für die Trollzeitung war ein Blitzableiter für mich. Eine gewisse Zeit.
Ich wurde immer verbitterter. Ich war nicht mehr das fröhliche Arschloch von früher. Sondern nur noch Arschloch.
Ich hab mich nicht gemocht. Und Euch nicht.
Ich war kurz vor dem Austritt. Hatte innerlich gekündigt. Hab jegliche Aktivität eingestellt. Außer böse Kommentare auf Twitter und Mailinglisten.

Ich habe die Kurve noch gekriegt – durch eine radikale Pause.
Ich habe zum Glück nie wirklich gekündigt.
Die Piratenpartei ist zu wichtig.
Aber sie ist nicht jeden Preis wert.
Ich übernehme jetzt langsam wieder Aufgaben. Eine nach der anderen.
Aber wenn ich merke, es wird zuviel, lehne ich auch ab.

Ich rate Euch:
Laßt es nicht soweit kommen.
Denkt an Euch.

Danke
Jochen

Piraten wirken

Eine Klarstellung ganz am Anfang: Trotz Umfragewerten unter 5% bin ich mir sicher, daß die Piraten in die Landtage in Niedersachsen und Bayern, sowie den Bundestag einziehen werden. Dieser Blogpost ist also nicht als Kapitulation zu verstehen.

Was war das für ein Jahr für die Piratenpartei!
Nach dem sensationellen Wahlerfolg in Berlin zog sie auch in die Landtage im Saarland, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen ein. Die Mitgliederzahlen explodierten wieder (nach 2009) einmal und die Umfragewerte schossen bis auf 14 oder gar 15 Prozent in die Höhe.
Dann fielen die Umfragewerte wieder. Auf 3 bis 4 Prozent. Überall kann man die Frage lesen, ob das schon das Ende der Piraten sei.

Ich sage Nein.

Warum?
Weil die Piraten wirken.
Ähnlich wie vor 30 Jahren die Grünen eine Bedrohung für die etablierten Parteien wurden, und diese deshalb den Umweltschutz entdeckten, sind die Piraten jetzt eine Bedrohung für die großen Parteien – inklusive der Grünen.
Und genau wie damals reagieren die Parteien mit der Übernahme der Themen des Newcomers.
Transparenz? Von der Linken bis zur CSU kommt keine Rede mehr ohne dieses Wort aus.
Bürgerbeteiligung? Von Stuttgart 21 bis zu den Studiengebühren finden das alle ganz toll.
Basisdemokratie? Haben die Grünen bei der Wahl ihrer Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl wiederentdeckt. Die SPD-Basis mault über die Vergabe des Postens des Vizekanzler-Kandidaten durch drei alte Männer.
Piraten wirken.

Sind die Piraten jetzt überflüssig?

Ich sage Nein.

Warum?
Weil die Versprechen der anderen oft nur Lippenbekenntnisse sind.
Oder unter massivem Druck der Öffentlichkeit zustande gekommen sind.
Es noch so viel mehr gibt, was es an unserer Politik zu verbessern gibt.
Es zu befürchten ist, daß es nach Ausschalten des politischen Konkurrenten genauso weitergeht wie vorher.
Piraten müssen da sein um zu wirken.

Ist es dann egal, ob die Piraten in den Bundestag kommen?

Ich sage Nein.

Warum?
Ganz einfach, weil eine Partei im Bundestag ganz andere Möglichkeiten hat.
Sie kommt einfacher und schneller an Informationen. Ein Problem, das wir zur Zeit stark spüren, die meisten Informationen bekommen wir erst aus der Zeitung. Also viel zu spät.
Eine Partei im Bundestag bekommt auch ganz andere Beachtung. Piraten kämpfen z.B. schon seit Jahren gegen die immer noch erlaubte Abgeordneten-Bestechung. Hat das jemand mitbekommen? Aus dem Bundestag wird ein Shitstorm losbrechen.
Piraten müssen auch zukünftig wirken.

Ist es schlimm, wenn die Piraten nicht in den Bundestag kommen?

Ich sage Nein.

Warum?
Weil wir dann genauso weitermachen wie bisher.
Wir werden weiter wirken.
Nicht so erfolgreich wie aus dem Bundestag.
Aber wir werden weiter wirken.
Wir werden weiter die anderen Parteien vor uns hertreiben.
Die werden uns nicht loswerden.
Und so werden Piraten wirken.

So sehe ich das.