Gaza

Und hier meine Überlegungen zum neuesten Töten zwischen Israel und der Hamas.

Zuersteinmal bin ich überzeugt, daß sowohl die allermeisten Israelis als auch Palästinenser sich nichts mehr wünschen als einfach nur leben. In Freiheit und Frieden.
Aber auf beiden Seiten gibt es Kriegstreiber. Aus welchem Grund auch immer.

In Israel ist Wahlkampf. Die Knesset und der Prime Minister müssen neu gewählt werden.
Und nein – Netanyahu hat diesen Krieg nicht neu angefangen, um wieder gewählt zu werden. So weit geht auch sein Wahlkampf nicht.

Aber die Radikalen bei der Hamas haben diesen Zeitpunkt bewußt gewählt, um Gewalt anzuwenden. Sie wußten, wie ein schwacher Ministerpräsident Netanyahu im Wahlkampf darauf reagieren wird. Mit Gegengewalt. Im Krieg steht ein Volk hinter seinem Führer. Wenn der sich stark zeigt.

Und so haben die Kriegstreiber auf palästinensischer Seite in diesem Augenblick ganz gezielt ein Neuaufflammen des Krieges provoziert.
Und Netanyahu ist nur allzu gern darauf eingegangen.

Aber all dies ist nur eine Fortsetzung des Konflikts, den im Prinzip die Engländer 1948 mit der Erschaffung eines „Judenstaats“ zu verantworten haben. Ein Konflikt, der etliche Kriege zur Folge hatte. Israel wurde desöfteren das Existenzrecht abgesprochen. Ahmadinedschad macht das heute noch aktiv. Und die Hamas.
Israel, mit dem Rücken zur Wand, reagierte immer mit seiner überlegenen Streitmacht. Unterstützt von den USA.
Und Israel versucht mit den gleichen brutalen Methoden, die Palästinenser auf den Golanhöhen, im Westjordanland und im Gazastreifen zu kontrollieren.

Ich weiß echt nicht, wie man diesen Konflikt auflösen kann. Ein Konflikt, immer wieder durch ein paar blutlüsterne Idioten auf beiden Seiten angeheizt.
Ich weiß nur, daß dies ein Bruderkampf ist. Juden wie auch Araber sind Söhne von Sem, sind Semiten. Die zwölf Stämme.

And most of all – we all are human beings.

So sehe ich das.

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Der Jude

Provokante Überschrift. Polarisierendes Thema.

Aber leider immer wieder aktuell. Zuletzt durch das Gedicht von Günter Grass.

Der hat zwar das Wort „Jude“ überhaupt nicht benutzt, und trotzdem wird oft „der Jude“ gesagt, wenn die israelische Regierung oder der Staat Israel gemeint ist. Auch in der Diskussion über Grass‘ Gedicht.

Das ist erschreckend häufig Demagogie. Und zwar aus dem rechten Lager. Damit versuchen sie, unbewußte antisemitische Gefühle zu wecken. Der Antisemitismus hat schließlich eine jahrtausendelange Tradition vor allem in Europa.

Aber auch umgekehrt gibt es eine solche Demagogie. Sobald man Kritik an der israelischen Politik z.B. beim Siedlungsbau äußert, wird man als judenfeindlich, als Antisemit, bezeichnet. Hier wird an die political correctness appelliert und das Wort „Judenfeind“ als Totschlagargument mißbraucht.

Der dritte Fall sind die Menschen, die „Jude“ verwenden, wenn sie Israel meinen, ohne zu reflektieren. Die sind einfach so soziologisiert. Hier kann – und muß – man aber Aufklärungsarbeit leisten.

Ich kritisiere Israel, bzw, dessen Politik/Regierung, wenn ich der Meinung bin, daß sein Verhalten kritisierungswürdig ist. Für mich war z.B. das Kapern der Hilfsflotille für den Gaza-Streifen in internationalen Gewässern ein eindeutiger Akt der Piraterie. Natürlich war diese Flotille eine Provokation, aber ein souveräner Staat hätte da anders handeln müssen. Zum Beispiel mit Abwarten des Eindringens in israelisches Hoheitsgebiet – wobei selbst das noch umstritten wäre, ob die Gewässer vor dem Gaza-Streifen israelisch sind. So war es nur eine Dummheit seitens Israels. Und eine Provokation der Überlegenheit.
Aber dafür verurteile ich nicht „den Juden“.

Solche Pauschalisierungen sind immer abzulehnen und niemals richtig. Es sagen ja auch nur islamische Fundamentalisten, daß „die Christen“ in Afghanistan stehen. Unabhängig davon, ob man den „kriegsähnlichen Zustand“ in Afghanistan gut findet, mir würde diese Pauschalisierung nicht gefallen. Und dabei bin ich noch nicht einmal Christ.

Und es ist nicht nur auf die Religion beschränkt. Man darf einfach nicht „die Jugendlichen“, „die Männer“, „die Schwulen“… sagen, wenn man nur eine Teilmenge meint.

Laßt uns darüber nachdenken.

So sehe ich das.